Eine in Großbritannien durchgeführte Studie schafft Klarheit
Mit der neuen Glücksspielregelung soll in Deutschland im Juli 2021 ein Einsatzlimit eingeführt werden, das jegliche Einsätze bei Spielautomaten auf einen Euro begrenzen soll.
Die beiden Hauptgründe dafür: Man möchte die Spieler vor Glücksspielsucht schützen und den Jugendschutz stärken. Doch ist ein solches überhaupt sinnvoll oder geht am Ende der Schuss vielleicht sogar nach hinten los? Damit hat sich jüngst eine britische Studie beschäftigt, die nun Klarheit bringen soll.
Sinn der Einsatzlimits
Spieler in Casinos lassen sich in mehrere Typen unterscheiden. Die meisten davon sind verantwortungsvoll, setzen vorsichtig und steigen bei hohen Verlusten aus. Andere Typen sind risikoreicher und können eine Verlustserie nur schwer akzeptieren. Um sie zu schützen, wurden die Einsatzlimits geschaffen, denn statt ständig mehr Geld in den Automaten zu werfen, wird man gezwungen zu überlegen, ob nicht doch die Zeit wäre, aufzuhören und es an einem anderen Tag zu probieren.
Die Studie
Die Studie wurde bei einem Glücksspielanbieter in England durchgeführt. Die Probanden wurden zunächst in verschiedene Gruppen eingeteilt. Dann zeigte man ihnen Seiten mit verschiedenen Online-Casinos, auf denen sie bestimmen mussten, wie viel Geld sie einzahlen würden, um mitzuspielen. Einige der Seiten waren limitiert und man durfte das Limit zwar unter- aber auf keinen Fall überschreiten.
Spieler lassen sich ungern bevormunden
Eines ist in jedem Fall klar: Als Spieler lässt man sich natürlich ungern bevormunden und möchte viel lieber selbst bestimmen, wie viel man im Online Casino einzahlen und einsetzen möchte. Vor allem in Hinblick auf die eigene, persönliche finanzielle Situation, denn zwar mag ein Verlust von 1.000 EUR für die meisten Menschen schon viel sein, für manche aber eben auch nicht und gerade diese High-Roller , die viel Geld in die Casinos bringen, würden durch die Limits sehr stark ausgebremst . Außerdem gibt es in vielen Online Casinos bereits die Möglichkeit, sich selbst ein Einsatz- oder auch Verlustlimit zu setzen. Viele Spieler kennen diese Optionen aber nicht, weil die Casinos nicht genügend darauf hinweisen.
Ergebnis der Studie
Das Ergebnis der Studie ist sehr überraschend. Die meisten Spieler, denen kein Limit vorgegeben wurde, setzten ihre Einzahlung niedriger als solche, die bei gleichen Konditionen auf eine Summe limitiert waren. Gab es als Beispiel beim Roulette eine Gruppe Spieler ohne Limit und eine Gruppe mit einem Limit von 500 EUR, setzte die Gruppe “ Kein Limit ” nicht mehr als 250 EUR, während die Gruppe “ Limit ” bei 400 EUR lag. Eine Limitierung scheint also die Bereitschaft zu verstärken, sich dem Limit anzunähern, während die Spieler ohne Limitierung selbst überlegen müssen und im Regelfall auch vorsichtiger sind.
Fazit
Schaut man sich die Ergebnisse der britischen Studie an, dürfte die Antwort, ob Einsatzlimits sinnvoll sind, einigermaßen klar sein. Dennoch gibt es natürlich Menschen, die ein hohes Suchtpotenzial haben und in manchen Fällen nicht mehr in der Lage sind, verantwortungsvoll zu setzen. Es ist aber fraglich, ob man für diesen geringen Teil der Spielerschaft alle anderen “bestrafen” sollte. Viel eher würde es sich doch anbieten, hier Präventivarbeit zu leisten und Konzepte zu entwickeln, welche den Spielern dabei helfen zu erkennen, dass sie selbst suchtgefährdet sind und möglicherweise gerade dabei sind, eine Dummheit zu begehen. Für diejenigen, die dem Thema nach wie vor nicht abgeneigt sind, sollten sich unsere Sonderseite über Casinos ohne 1 Euro Limit durchlesen.